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Ja zu einer vernünftigen Regelung der Fortpflanzungsmedizin

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Mit dem neuen Verfassungsartikel machen wir einen moderaten Schritt hin zu einer zeitgemässen Fortpflanzungsmedizin. Er schafft die Voraussetzung für optimale Kinderwunschbehandlungen mit weniger Risiken für die Mütter und für die frühestmögliche Form der Pränataldiagnostik, die sogenannte PID (Präimplantationsdiagnostik). Designer- oder Retter-Babys bleiben verboten.

 Europaweit ist die PID nur in der Schweiz und in Litauen verboten. Für Paare, die ihren Kinderwunsch nur mit medizinischer Hilfe erfüllen können und verhindern wollen, dass ihr Kind von einer Erbkrankheit betroffen sein wird, gibt es deshalb nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie gehen ins Ausland oder die Frau lässt sich die befruchtete Eizelle einsetzen und nutzt dann die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik. Ist der Embryo Träger einer Krankheit, liegt die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch bei den Eltern.

Es leuchtet nicht ein, wieso Tests in der 11. Schwangerschaftswoche zugelassen, am 5. Tag nach der Befruchtung aber verboten sind. Damit werden Frauen gezwungen, sich die befruchteten Eizellen einpflanzen zu lassen um den Embryo später gegebenenfalls abzutreiben. Aus ethischer Sicht erachte ich dies als höchst problematisch, denn je entwickelter ein Embryo ist, desto schützenswerter ist er.

Die Anpassung des Verfassungsartikels ist aber in erster Linie für die Mehrzahl der Patientinnen von Bedeutung, welche eine In Vitro Fertilisation ohne Präimplantationsdiagnostik durchführen wollen. Für diese Patientinnen kann mit dem neuen Verfassungsartikel endlich die gesetzlich bedingte Verlängerung der Behandlungszeit verkürzt und damit können gesundheitliche Risiken reduziert werden. Im Gegensatz zu jetzt, wo viele imprägnierte Eizellen tiefgefroren lagern, werden unter dem neuen Gesetz vereinzelte Präimplantationsembryonen aufbewahrt werden können.

Bei einer Ablehnung der Verfassungsänderung ist zu befürchten, dass Paare für ganz normale Kinderwunschbehandlungen zunehmend ins grenznahe Ausland gehen, weil sie dort optimale Behandlungen mit besseren Chancen auf eine Schwangerschaft bekommen als in der Schweiz. Mit einem Ja zur Verfassungsreform verhindern wir den medizinischen Rückschritt in unserem Land sowie einen Medizintourismus ins Ausland. Gleichzeitig setzen wir aber klare Grenzen, in dem Retter- und Designerbabys wie auch Eispenden verboten bleiben. Auf Grund medizinischer und ethischer Erwägungen sage ich klar JA zum Verfassungsartikel.

Kategorie: Abstimmungen | Kommentar schreiben

  1. Von: R. Biedermann|August 19, 2016 - 6:08 pm

    Ethik ist so ein grosser aber inhaltleerer Begriff,

    Könnte man den nicht mit Wertschätzung von Leben ersetzen?

    Wenn Menschenleben nicht wertvoller sind als eine Plastiktüte aus dem Einkaufszentrum.

    All diese Medizinischen Spielereien zeigen doch wie wenig Wertschätzung die Gesellschaft für das Leben hat.

    Leider ist der Mensch zu schlecht um mit der Geistigen Errungenschaft verantwortlich umgehen zu können.

    Daher wenn es so Wissenschaftler gibt, die Glauben dass die Menschheit schon älter als 10’000Jahre ist, dem Glaube ich nicht. Der Mensch ist so was von schlecht, dass er sich seine Lebensgrundlage schneller Zerstört.

    Wenn wir so weiter machen, dann brauchen wir keine Zunamis noch sonstige Umweltkatastrophen zu fürchten.

    Der Mensch wird sich selbst in nächster Zeit vernichten.

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