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Ja zum Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) weil es die Präimplantationsdiagnostik (PID) der Pränataldiagnostik gleichstellt

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Die Schweizer Stimmbevölkerung hat die Verfassungsänderung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) vor einem Jahr mit 61,9% angenommen, Bereits im Jahr 2000 hat das Stimmvolk ganz klar Ja gesagt zur Fortpflanzungsmedizin und angenommen wurde im Jahr 2002 auch die Fristenlösung.

Die PID ist ein seit mehr als 20 Jahren erprobtes medizinisches Verfahren und in den meisten europäischen Ländern zugelassen. In der Schweiz hingegen ist die PID noch verboten. Für Paare, die ihren Kinderwunsch nur mit medizinischer Hilfe erfüllen können und verhindern wollen, dass ihr Kind von einer Erbkrankheit betroffen sein wird, gibt es deshalb nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie gehen für eine PID ins Ausland oder die Frau lässt sich die befruchtete Eizelle einsetzen und nutzt dann die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik. Ist der Embryo Träger einer Krankheit muss sie sich für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.

Die PID kann nur von Paaren, die Träger von schweren Erbkrankheiten sind (rund 100 Fälle pro Jahr) in Anspruch genommen werden und von Paaren, welche auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können. Jedes Paar entscheidet selbst und unabhängig, ob es eine PID durchführen und die befruchtete Eizelle vor der Übertragung in den Mutterleib auf Chromosomenstörungen untersuchen lassen will. Die Kosten für die PID müssen die Paare im selber tragen.

Sogenannte „Designerbabys“ bleiben verboten. Auch mit dem neuen Gesetz gibt es keine Selektion nach Geschlecht, Augenfarbe, etc. Retterbabys und Eispenden bleiben ebenfalls verboten.
Das Gesetz setzt klare Grenzen und es geht absolut nicht um Genmanipulation, um einen Gentech-Menschen oder um einen ethischen Dammbruch, wie dies die Gegner wider besseres Wissens beschwören. Wenn über eine ethische Frage diskutiert wird, erwarte ich, dass auch die Argumente moralisch-ethischen Anforderungen standhalten. Es ist indes höchst unethisch und unverschämt, wie die Gegner teilweise Dinge erzählen, die nicht stimmen und Horrorszenarien beschwören, welche mit dieser Vorlage nichts zu tun haben. Die Vorlage hat nichts, absolut nichts mit Genmanipulation zu tun.

Mit der Gesetzesrevision wird es möglich, vor einer Implantation der befruchteten Eizelle zu prüfen, ob diese überhaupt überlebensfähig ist.

Auch bei einer Befruchtung auf natürlichem Weg sind von 10befruchteten Eizellen nur 3 überlebens- und entwicklungsfähig. Und es geht und um die Gleichstellung der PID mit der PND. Mit einem Nein zu dieser Vorlage werden Paare, bzw. Frauen weiterhin in eine legale Abtreibung getrieben, wenn sich das Paar nicht in der Lage sieht, ein behindertes Kind gross zu ziehen. Persönlich beurteile ich dies als moralisch – ethisch grenzwertig.

Das Gesetzt setzt der Fortpflanzungsmedizin klare Grenzen und stellt die Präimplantationsdiagnostik (PID) der Pränataldiagnostik gleich. Untersuchungen, welch heute bis in die zwölfte Schwangerschaftswoche zugelassen sind, sollen auch an der fünf Tage alten befruchteten Eizelle möglich sein.

Es ist gerade aus ethischer Beurteilung nicht einleuchtend, wieso Tests in der zwölften Schwangerschaftswoche zugelassen, am fünften Tag nach der Befruchtung der Eizelle aber verboten sind. Damit werden Frauen gezwungen, sich die befruchteten Eizellen einpflanzen zu lassen, um den Embryo später allenfalls abzutreiben.

Aus moralischer Sicht erachte ich dies als höchst problematisch, denn je entwickelter ein Embryo ist, desto schützenswerter ist er.

Bei einem Ja zur PID geht es mitnichten um die Selektion von Leben oder um lebenswerte oder lebensunwerte Menschen. Es geht um eine Gleichstellung der PID mit der Pränataldiagnostik, um den Schutz vor gesundheitlichen Risiken und die Verhinderung von Abtreibungen. Wir stimmen über ein fortschrittliches Fortpflanzungsmedizingesetz ab, das klare Grenzen setzt.

Eine andere Frage ist der Umgang mit behinderten Menschen. Es ist die Aufgabe der Politik und der Gesellschaft, Eltern mit behinderten Kinder zu unterstützen und Behinderten ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

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