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Schluss mit der Benachteiligung von Ehepaaren und eingetragenen Partnerschaften bei Steuern und Rente – Ja zur Abschaffung der Heiratsstrafe

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In der Schweiz sind heute noch rund 80 000 Paare durch die Heiratsstrafe betroffen, obwohl das Bundesgericht bereits 1984 die Benachteiligung von Verheirateten unmissverständlich gerügt hat. Die Volksinitiative der CVP „Abschaffung der Heiratsstrafe“ will die doppelte Benachteiligung von Ehepaaren und eingetragenen Paaren abschaffen. Paare sollen nicht deswegen, mehr Steuern bezahlen und weniger Rente erhalten, weil sie verheiratet sind oder in eingetragener Partnerschaft leben. Die Initiative will diese Diskriminierung aufgrund des Zivilstandes bei Steuern und Sozialversicherungen beseitigen.

Keine Diskriminierung aufgrund des Zivilstandes

Ehepaare und eingetragene gleichgeschlechtliche Paare bezahlen wegen der Steuerprogression höhere Steuern. Entscheidend für den Steuersatz ist die Summe beider Einkommen, während bei unverheirateten Paaren jeder sein eigenes Einkommen versteuert. Im Gegensatz zum Bund haben die Kantone die Ungleichbehandlung durch ein Splittingmodell weitgehend beseitigt.

Verheiratete und eingetragene Paare bekommen eine tiefere Rente als unverheiratete Paare in der gleichen Einkommenssituation. Frau A und Herr B leben zusammen und haben eine maximale Altersrente der AHV von je 2340 Franken pro Monat, zusammen also Fr. 4680 Franken pro Monat. Sind die beiden verheiratet, bekommen sie zusammen 150 Prozent des Höchstbetrages von 2340 Franken, also 3510 Franken pro Monat. Das gibt eine Differenz von 1170 Franken pro Monat oder 14 040 Franken im Jahr.

Die Initiative will diese steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Benachteiligungen von Ehepaaren und eingetragenen Partnerschaften im Vergleich zu Konkubinatspaaren elimieren.

Ehedefinition entspricht dem geltenden Recht

Gewisse Kreise suchen nach einem Vorwand, die Initiative „Für Ehe und Familie – Abschaffung der Heiratsstrafe“ zu bekämpfen und wollen verhindern, dass die Diskriminierung von verheirateten oder eingetragenen Paaren abgeschafft wird. Der CVP wird vorgeworfen, den Ehebegriff in der Verfassung zementieren zu wollen. Tatsache ist aber, dass der Begriff der Ehe in Übereinstimmung mit der Europäischen Menschenrechtskonvention in unserer Bundesverfassung von Bundesrat, Parlament und Volk im traditionellen Sinn interpretiert und festgelegt worden ist. Rechtlich und tatsächlich ändert der Passus der CVP-Initiative an der geltenden Rechtsprechung nichts. Wer den Ehebegriff ausweiten will, muss eine entsprechende Volksinitiative lancieren.

Der Initiativtext enthält indes den klaren Auftrag an den Gesetzgeber: Die konsequente Beseitigung der Diskriminierung der Ehe gegenüber anderen Lebensformen. Verheiratete und eingetragene Paare dürfen gegenüber Konkubinatspaaren nicht mehr benachteiligt werden.

Kategorie: Unkategorisiert | Kommentar schreiben

  1. Von: Meier Verena|September 27, 2016 - 2:18 pm

    Es wäre wirklich an der Zeit die Heiratsstrafe abzuschaffen! Ich habe von meinen bisher 45 Ehejahren ca 30 Jahre neben Haushalt und drei Kindern gearbeitet und werde jetzt bei der AHV bestraft, weil ich verheiratet bin! Traurig!!!

  2. Von: Huber Urs|März 17, 2017 - 6:29 pm

    Guten Tag Frau Humbel.
    Ich hoffe sehr, dass Sie bei Ihrer Meinung bleiben, dass die Heiratsstrafe abzuschaffen ist.
    Dann brauchen wir auch die Fr. 70.- nicht unbedingt, die man uns bei der Altersreform 2020 „als Zückerli“ versprechen will.
    Freundliche Grüsse
    Urs Huber

  3. Von: Karin Otter|Mai 26, 2017 - 4:51 pm

    Sehr geehrte Frau Humbel
    Heiratsstrafe ist ein Dauerthema, aber kein Politiker macht vorwärts. Hoffentlich können Sie etwas bewegen. Es ist traurig, das Ehepaaren die AHV gedeckelt wird. Es kann doch nicht sein, das ein Ehepaar noch nicht einmal 4’000,– Fr. erhält. Die Ehepaare sollten also auch nur noch 50% der mickrigen Rente versteuern müssen.
    Wenn ich lese, wieviel Politiker an Geld erhalten ohne zu versteuern, muss ich schon sagen, unverschämt.

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